Nichts für Kleinkarierte: der große Karo-Guide

Vichy-Karo

Beim Vichy-Karo wechseln sich meist gleichbreite Farbstreifen und Zwischenräume ab. Sie können sich kreuzen und/oder übereinanderliegen, wodurch neben dem Grundstoff und den farbigen Streifen eine dritte Farbebene durch sich überlappende Farbschichten entsteht. Als einfaches aber trotzdem kontrastreiches Design wurde es vorwiegend für Wohntextilien wie Bettwäsche oder Gardienen verwendet. Die klassischen Farbkombinationen waren rot-weiß und blau-weiß. Das beste Beispiel für ein Vichy-Karo-Muster sind auch heute noch die rot-weiß-karierten Tischdecken in klassischen italienischen Restaurants. Erst in den 1950er Jahren schaffte das Vichy-Karo den Sprung in die Mode. Heute ist das Vichy-karo aus keinem Kleiderschrank mehr wegzudenken. Übrigens: Aufgrund seiner Einfachheit wird es auch als Bauernkaro bezeichnet.

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Hahnentritt

Der Hahnentritt gehört ebenso wie Pepita oder Vichy zu den Kleinkaros. Er ist ein zumeist zweifarbiges Karomuster, das auf der Basis der Leinwandbindung hergestellt wird. Hierbei handelt es sich um die einfachsten Webbindung, auch Popeline genannt, bei der sich Längs- und Querfäden eng kreuzen. Ähnlich wie beim Vichy-Karo verlaufen die einzelnen Karos rechtwinklig zueinander.

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Glencheck

Glencheck ist die traditionelle Musterung für Herrenoberbekleidung wie Hemden und Anzüge. Es wurde in einer schottischen Ortschaft nahe des legendären Sees Loch Ness entwickelt. Optisch gehört das Glencheck zu den Klein- sowie Großkaros. Dies liegt daran, dass das Grundmuster ähnlich des Hahnentritts verläuft. Doch aufgrund einer besonderen Webart überkreuzen sich die einzelnen Stränge, wodurch mindestens drei verschiedene Muster entstehen, die gemeinsam das Karo bilden.

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Prince-of-Wales-Check

Bei dem Prince-of-Wales-Check handelt es sich um eine Variation des Glenchecks. Längs und quer verlaufen über das Glencheck-Muster kontrastfarbene Oberfäden, die sich wiederum zu Karos zusammensetzt. Beim Prince-of-Wales-Check handelt es sich um eines der ältesten, in der Mode genutzten Karomuster. Es wurde bereits Anfang des 14. Jahrhunderts für Edward II. entworfen, als dieser Fürst von Wales war. Übrigens: Je stärker der Kontrast zwischen den einzelnen Karos, desto sportlicher wirkt das Muster.

 

 

Tartan

Sich überlagernde und ineinander übergehende, große Karos – das sind die Hauptmerkmale des traditionellen schottischen Karomusters Tartan. Seinen Farbkombinationen und Karogrößen sind dabei keine Grenzen gesetzt. So hat zum Beispiel jeder schottische Clan sein eigenes Tartan-Muster, basierend auf seinen Hausfarben und der Region aus der er stammt. Eine Besonderheit des Tartanmusters ist übrigens die Registration: Seit 1815 wurden über eintausend offizielle Clan-Muster in dem Scottish Register of tartans registriert.

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Argyle

Das Argyle-Muster ist auch als Burlington-Muster bekannt. Es ist ein rautenförmiges, schachbrettartiges Karomuster, das diagonal verläuft. Meist besteht es aus zwei bis drei Grundfarben, die durch eine dritte Kontrastfarbe aufgewertet werden. Diese dritte Farbe verläuft in gekreuzten Streifen über das darunterliegende Karomuster, ähnlich wie beim Prince-of-Wales-Check. Die sich überlagernden Motive verleihen dem Argyle eine dreidimensionale Optik. Seinen Ursprung hat dieses Muster im Tartan des aus Argyle stammenden Clames Campbell. Doch erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde es weltweit bekannt, als das Unternehmen Pringle of Scotland hochwertige Strickwaren in verschiedenen Farbvariationen mit diesem Muster anboten. Ihr populärster Liebhaber war Eduard VIII., Herzog von Windsor, der die bunten Strickwaren vorwiegend zum Golfspiel trug.

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Pepita

Dieses Karomuster wurde nach der spanischen Künstlerin Josefa de la Olivia (1830 – 1871) benannt. Pepita ist die Verniedlichung von Pepa, der Kurzform von Josefina. Pepita gehört zu den Kleinkaros, doch anders als beim Hahnentritt verläuft das Muster hier nicht rechtwinklig, sondern diagonal. Die favorisierte Farbkombination ist schwarz-weiß, wobei die einzelnen Karoelemente die Größe von einem Zentimeter nicht übersteigen dürfen (falls doch, so spricht man vom Block- oder Küchenkaro). Das beste Beispiel für die Verwendung des Pepita-Musters ist die Kochhose (auch Pepitahose) genannt), die vorwiegend von Berufsköchen in der Küche getragen wird. Übrigens: Man spricht vom Block- und Küchenkaro, wenn das Muster mit dem Pepita-Muster übereinstimmt, die einzelnen Karoelemente jedoch die Größe von einem Zentimeter überschreiten.

Tags: Karo, Muster, Guide, Hemd
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